Erste Gehversuche beim Recycling von Geschossblei

Durch eine günstige Vereinbarung mit meinem hiesigen Schützenverein, hatte ich die Möglichkeit an fast 60 kg Geschossblei aus der Luftgewehranlage zu kommen.

Der Vorteil von Geschossblei aus der Luftgewehranlage ist, daß er im Gegensatz zum Inhalt der Geschossfänge von Schießständen, auf denen mit Mantelgeschossen geschossen wird eben diese Geschossmäntel nicht enthält und so die Aufbereitung etwas einfacher ist. Gefühlt enthält der Bleischrott aus der LG-Anlage außerdem deutlich weniger Dreck wenn er aus einer elektronischen Anlage kommt.
Für den Anfang schien mir diese Variante eine gute Wahl zu sein, da ich in der Form noch nie Metall bearbeitet habe.

Was habe ich sonst noch beschafft?

  • Hockerkocher mit 7,5kW Leistung
  • Propangasflasche 11kg
  • Druckminderer passend zum Kocher
  • Schlauch zur Verbindung von Druckminderer und Kocher
  • Gusseisenpfanne
  • Schöpfkelle mit langem Stiel
  • Muffinform
  • Mehrere Baueimer aus Kunstoff
  • Einen Metalleimer
  • Zwei große Pflastersteine
  • Beutel Teelichte
  • Schweißerschürze
  • Schweißerhandschuhe
  • Schutzbrille

Und damit bin ich in die erste Runde gestartet.

Bevor es losgeht ein Wort der Warnung:
Blei ist ein Schwermetall, welches nach Auskuft meine Ärzte zu einer schlimmen Vergiftung führen kann, wenn man es einnimmt, einatmet oder in den Blutkreislauf bekommt. Die Dämpfe von flüssigem Blei sind ebenso gefährlich wie die Stäube von festem Blei.
Außerdem birgt das Hantieren mit flüssigem Metall zusätzliche Risiken. Eines davon ist, daß heißes, flüssiges Metall eigentlich Alles in Brand setzt oder versengt oder verdampft, womit es in Kontakt kommt. Insbesondere Körperteile reagieren sehr empfindlich auf den Kontakt mit selbigem.
Der Schmerzreflex könnte die Sache schlimmer machen, wenn man beispielsweise gerade den Schmelzbehälter in der Hand hat. Wer dann zuckt oder den Behälter unkontrolliert fallen lässt oder zu hart hinstellt, könnte eine böse Überraschung erleben, denn flüssiges Metall spritzt umher – beinahe wie Wasser, wenn man es nicht sanft behandelt.

Wer jetzt noch weiter machen möchte: Los geht’s.

Kocher auf Pflasterstein aufstellen. Am besten draußen bei leichter Luftbewegung, die die Dämpfe und Stäube von einem weg befördert.

Schutzausrüstung an. Pfanne auf den Kocher, 3 Kellen Rohblei (etwa 2kg) in die Pfanne. Gasflasche geöffnet, Kocher gestartet.
Nach einigen Minuten wurde der Inhalt der Pfanne flüssig und sämtliche brennbaren Verunreinigungen verkohlten mit etwas Rauchentwicklung.

Nachdem ich die Kelle über der Oberfläche des Bleis angewärmt hatte, fing ich an, den Dreck aus Verbrennungsresten und sonstigen Verunreinigungen, der zum großen Teil an der Oberfläche schwamm abzuschöpfen und in den Metalleimer zu schütten.

Dabei stellte ich fest, daß die Kelle zu groß gewählt war, weswegen ich nicht bis an den Rand der Pfanne schöpfen konnte.
An dieser Stelle ist wohl ein Pfannenwender aus Metall die bessere Wahl, wenn der meiste Dreck schon abgeschöpft ist um eine gute Reinheit zu erreichen.

Ich schöpfte also die Schlacke so gut es mit dem vorhandenen Werkzeug ging von der Oberfläche des flüssigen Bleis, bis es keinen messbaren Erfolg mehr hatte. Dann warf ich ein viertel Teelicht in die Kelle und ließ den schmelzenden Klumpen in die Schmelze. Nachdem die Flammen des Verbrennenden Teelichts erloschen waren schöpfte ich noch einige Male die neu auftauchende Schlacke von der Oberfläche.

Die Reinheit wurde leider wegen des unzureichenden Werkzeugs nicht die Beste. Ein Pfannenwender ist bereits geordert.

Die Muffinform stellte ich auf den anderen Pflasterstein um den Boden zu schonen. Dann begann ich, mit der Kelle nach und nach die Formen zu füllen, bis die Kelle aufgrund ihrer Größe kein Blei mehr schöpfen konnte. Den Rest wollte ich direkt aus der Pfanne gießen und musste dabei feststellen, daß die Handschuhe die Menge Hitze, die die Pfanne in dieser Stuation von sich gibt, nicht abhalten können. Aua – kleine Verbrennung. Bessere Handschuhe, die meine Hände davor schützen sind bereits geordert.

Den Rest des Bleis habe ich deshalb einfach in der Pfanne gelassen – beim nächsten Mal wird er wieder dabei sein.

Kocher aus, Flasche zu. Alles abkühlen lassen. Im Prinzip fertig, wenn da nicht noch ein kleines Problemchen wäre.

Nach dem Abkühlen hatte ich Probleme, die Bleimuffins aus der Form herauszubekommen. Ein Hammer brachte mit etwas Gewalt dann das Ergebnis, daß die Form zerstört, aber die Muffins draußen waren.

Nunja – ich sehe mich die Tage einmal nach besseren Formen um.

Das Ergebnis ist nicht optimal, aber wenigstens konnte ich Erfahrung sammeln.

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Im Bild sieht man das Produkt- leicht verdreckte Bleilegierung. Beim nächsten Mal wird das bestimmt besser.
Außerdem kann man noch sehen, wo die heiße Pfanne sich beinahe durch den Handschuh gebrannt hat und mir meinen Finger angesengt hat. Selber Schuld – beim nächsten Mal habe ich geeignete Handschuhe bzw. geeignetes Wekzeug.😀

Erste Planungen zum Recycling von Blei

Was wird gebraucht?

Oberflächlich, durch die Informationen, die ich von Schützenbrüdern erhalten habe, sowie verschiedenen Videos auf Youtube sind folgende Schritte notwendig. Ich gehe davon aus, daß sicher Informationen fehlen – daher werde ich in dem Fall nach und nach die Liste ergänzen.

Zunächst benötigt man eine oder mehrere gute nicht versiegende Quellen für Geschossblei. Das kann eine Vereinbarung mit einem Schießstandbetreiber sein, daß man als Wiederlader das Blei aus den Geschossfängen. Aber auch Schrottplätze sind Quellen von Blei in verschiedenen Formen.

Dann benötigt man natürlich eine Möglichkeit das Geschossblei zu schmelzen, zu reinigen, gegebenenfalls weiter zu veredeln und in handliche Barren zu gießen. Dafür werden verschiedene weitere Dinge wie zum Beispiel persönliche Schutzausstattung und Werkzeuge benötigt.

Zum Verarbeiten der Barren in Geschosse benötigt man einen kleinen Schmelzofen zum Gießen von Geschossen, eine oder mehrere Kokillen und weitere Werkzeuge.

Das ist natürlich lange nicht alles, dennoch möchte ich es zunächst einmal dabei bewenden lassen – die Liste wird später noch ergänzt.

Erste Erfahrungen mit Bleigießen

Hallo liebe Leser,

dies ist mein Blog rund um die Themen „Wiederladen“ und „Schießsport“.

Ich möchte hier meine Methoden und Erfahrungen mit den Themen aufschreiben und so nach und nach eine Lösung entwickeln, mit der man vergleichsweise effizient und schnell den Inhalt von Kugelfängen wieder zu zum Wiederladen verwendbaren Vollbleigeschossen verarbeiten kann.

Später kommt eventuell noch der Teil des eigentlichen Wiederladens hinzu.

Soviel zum Ziel der Aktion. Viel Spaß beim Lesen.